Jetzt bloggt sie auch noch!

Ich möchte Ihnen in meinem ersten Eintrag erzählen, warum ich mich dazu entschieden habe, diesen Blog zu starten und warum ich glaube, dass er Sie als Mitglied der Stadtgesellschaft und mich in meiner Arbeit für die Stadt Augsburg bereichern wird. Und das ohne externen Personalaufwand und mit genügend übriger Zeit für meinen „echten Job“.

Meine bisherige Amtszeit war privat, vor allem aber beruflich geprägt von Corona. Mein Kommunikationsleben hat sich fast ausschließlich ins World Wide Web verlagert. Das war und ist vor allem ein großer professioneller Verlust. Denn der enge und konstruktive Austausch zwischen Kommunalpolitik und Bürgerinnen und Bürgern ist eines der zentralen, wenn nicht das wichtigste Element meiner Arbeit. Als Politikerin bin ich darauf angewiesen, dass Sie mir Ihre Nöte und Sorgen schildern und mit mir gemeinsam konstruktive Lösungen entwickeln. Klar, Gespräche lassen sich auch digital führen, Online-Meetings gehören inzwischen zum Arbeitsalltag. Aber ich habe für mich festgestellt: Es ist halt oft nicht so gut wie in live und Farbe. Nuancen und Stimmungen gehen verloren, Offenheit und Vertraulichkeit entstehen nur schwer, die Tiefe der Gespräche wird ausgebremst.

Jetzt ist es endlich wieder möglich, Menschen zu treffen. Warum also ein digitaler Blog?

Seit vielen Monaten schon wünsche ich mir einen Ort, an dem ich hin und wieder meine Überlegungen und Gedanken zu politischen und gesellschaftlichen Themen teilen kann. Ohne das zeitliche oder inhaltliche Korsett einer Veranstaltung, ohne die oft zwangsläufige Verkürzung und Zuspitzung, denen Beiträge in den sozialen Medien unterliegen, und ohne die oft vom politischen Meinungskampf aufgeladene und vom Zeitdruck geprägte Atmosphäre einer Stadtratssitzung. Themen, die ich mit Menschen aus unserer Stadtgesellschaft oder mit meinem Team intensiv diskutiere, Themen, die mich bewegen, weil es Entwicklungen sind, die uns alle betreffen.

Ich möchte auf meinem Blog also zum Beispiel erklären, welche Herausforderungen ich auf unsere Stadtgesellschaft zukommen sehe. Ich werde Gedankenspiele wagen, die gesellschaftliche Entwicklungen in die Zukunft tragen und mich fragen, was passiert, wenn sie Wirklichkeit werden. Ich will und werde an dieser Stelle auch über Fehler der Politik nachdenken und mich mit an mich gerichtete Kritik auseinandersetzen. Denn ohne eine kritische Selbstbetrachtung kann es keine Entwicklung geben.

Gerade die Pandemie, der Umgang von uns Politikerinnen und Politikern mit ihr und die verordneten Einschränkungen in unser aller Alltag haben gezeigt, wie stark das Bedürfnis der Menschen danach ist, dass die Politik erklärt, warum sie dieses tut und jenes lässt. Dass eine offene und transparente Fehlerkultur gepflegt wird. Und dass das Interesse an meiner und unserer Arbeit als Stadtpolitik wahrgenommen und wertgeschätzt wird. Diesem Bedürfnis will ich mit meinem Blog entgegenkommen.

Die Veröffentlichung der Beiträge folgt dabei keinem zeitlich festgelegten Rhythmus, sondern richtet sich danach, was gerade auf der öffentlichen und meiner Agenda steht.

Ich bin freue mich auf das, was aus dieser Idee entstehen kann.

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